Todeswinter Episode 4

Hier ist Episode 4 meines aus einer Schreibübung entstandenen neuen Projekts. Wie immer unzensiert auch garantiert nicht noch einmal gelesen. Die ersten Episoden kannst du hier lesen. 
Der Weg aus dem Wald zurück nach Arkham hatte sich ewig hingezogen. Der Schneesturm war schlimmer geworden und sie hatten im Radio gehört, wie er bereits den gesamten öffentlichen Nahverkehr der Stadt lahmgelegt hatte. Innerhalb von wenigen Stunden und ohne, dass sich die Stadtverwaltung hätte darauf vorbereiten können. Wright hasste den neuenglischen Winter.
Aufwändig manövrierte Phill ihren alten Kombi rückwärts die in die Garage neben ihrem kleinen Laden, rammte dabei zwei größere Schneehaufen, die einer der Schneeflüge im verzweifelten Versuch angehäuft hatte, die Straßen der Stadt freizuhalten. Man wollte Reaktionsfähigkeit und Entschlossenheit demonstrieren, nachdem im letzten Jahr der Wintereinbruch und der Stromausfall beinahe zu Aufständen in den Straßen geführt hatten. Wright kannte den waren Grund für den Stromausfall und wat sich sicher, dass es keine öffentlichen Proteste gegeben hätte, wenn auch die Öffentlichkeit die Ursache gekannt hätte. Die Verkäufe von Schrotflinten, Konservendosen und – aufgrund ein falschen Verständnisses der Situation – Kruzifixen wären in stattdessen in die Höhe geschossen.
Mit einem Druck auf die Fernbedienung neben der Sonnenblenden, die mehr aussah wie der Auslöser für die Selbstzerstörung, den Schleudersitz oder beides, schloss Phill das Garagentor. Klappernd protestierten die eisernen Lamellen gegen die plötzliche Bewegung. Wright schlug seinem Kollegen auf die Schulter.
„Wir haben es geschafft.“
Phill nickte, konnte seinen Ekel vor dieser aus seiner Sicht primitiven Geste trotzdem nicht verbergen. „Ja. Das haben wir. Mit Glück – und das darf kein Faktor sein, der unseren Erfolg maßgeblich beeinflusst. Wir müssen die Prozesse optimieren. Ich werde mich gleich, nachdem ich die Daten zu diesem Auftrag archiviert habe, damit auseinandersetzen.Inzwischen war er ausgestiegen, knallte die Tür des Kombis zu und ging zum kleinen Kühlschrank am hinteren Ende der Garage.
Sein Verstand wurde gefordert. Seine Angst war verschwunden und Gedanken um weltliche Dinge wie das eigene Überleben machte Phill sich schon lange keine mehr. Er zog zwei Bier aus dem ausschließlich mit Getränken gefüllten Schrank und reichte sie Wright. Dann nahm er selbst eine Dose seiner aus Osteuropa importierten Energydrinks.Manchaml fragte sich Wright, warum sie sich eigentlich sorgen darüber machten, in Ausübung ihrer Pflicht ums Leben zu kommen, wenn nur wenige Meter von den Schlafzimmern entfernt mehrere Liter einer Substanz lagerten, bei der selbst die Seuchenschutzbehörde glänzende Augen bekommen würde. Erschöpft lehnte er sich an die Werkbank, unter der sich der Kühlschrank versteckte, als hätte er Angst vor seinen Besitzern. Zischend flog der Schraubverschluss der Bierflasche auf den Boden.
„Auf unseren ersten Job.“ Er streckte die Bierflasche Phill entgegen, welcher seine Dose dagegen stieß. „Auf uns.“ erwiderte Phill.
Dann tranken sie schweigend und hörten dem Wind zu, der an dem billigen Garagentor zerrte. Wright spürte, wie der Stress der letzten Tage von ihm abfiel. Er hatte nicht sehr viel geschlafen und Phill vermutlich überhaupt nicht.