Eine – etwas – ernstere Betrachtung von Motivation am Beispiel von DayZ

Die Standalone von DayZ ist schon ein Phänomen. Irgendwie fühle ich mich zurückversetzt in die Zeit, als wir zu zweit vor dem Röhrenfernseher gehockt und Karten von Zelda (NES!) auf Kästchenpapier gemalt haben. In Ermangelung der englischen Sprache und des Willens, das Handbuch zu lesen, wurde man einfach in die Spielwelt geworfen. Friss oder stirb.

DayZ wirkt auf mich in derselben Art und Weise. Natürlich habe ich neulich noch geschrieben, dass ich es eigentlich nur deswegen spiele, um andere Spieler zu jagen, aber das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Und außerdem ist die Betrachtungsweise vielleicht nicht ganz so ernst zu sehen. Es ist vielmehr die Mischung aus offener Welt, Permadeath und absolut nicht kalkulierbare andere Spieler, die den Reiz ausmacht. Digitale Selbstverstümmelung höchster Güte. Wenn es mir nur darum ginge, Spieler zu jagen, könnte ich natürlich auch einfach einen echten Shooter spieler, aber DayZ bringt mir zusätzlich zu diesen Nervenkitzel inzwischen auch mein Fallout’eskes „Erkunden und Looten“. Im Gespräch mit Play Together gehe ich auf das Thema noch ein wenig mehr ein.

Kästchenpapier braucht man dank Companion-Apps und VOIP heute nicht mehr, aber ganz ohne Kartenmaterial, Crafting-Wiki und nicht zuletzt dem richtigen Server, wird man nicht sehr weit kommen.

Sind wir (also mein digitaler Leidensgenosse Steven und ich) anfangs auch nicht. Es sind schon ein paar frustrierende Stunden ins Land gegangen, bis man seine Überlebensstrategie einigermaßen perfektioniert hat. Zusätzlich wird die Standalone-Version fortwährend weiterentwickelt, so dass sich die Welt, in der wir ums Überleben kämpfen, immer weiter verändert.

Die Motivation hinter den Handlungen eines DayZ-Spielers sind ein interessanter Spielplatz für Sozialwissenschaftler aller Disziplinen. Das Spiel belohnt mich nicht im geringsten für mein Tun. Die D-Souls-Reihe schenkt mir wenigstens Seelen, aber DayZ spart sich den „Kinderkram“ mit den Erfahrungspunkten gleich. Zwar kann ich seltenere Ausrüstung (also im Sinne einer geringen Spawn-Wahrscheinlichkeit) finden, aber auch ohne sie kann ich überleben. Die Dauer meines Überlebenskampfes wird ebenfalls nicht gemessen, so dass ich nicht einmal auf der Metaebene die Möglichkeit habe, mich mit anderen Spielern zu vergleichen. Gleiches gilt für meine Abschüsse, ob nun Spieler oder Zombie. Ich habe auch nicht die Möglichkeit, die Welt dauerhaft zu verändern oder umzuformen – unabhängig, ob man damit jetzt das tatsächliche Umbauen ala Minecraft meint, oder das dramaturgische Restrukturieren einer Welt im Rahmen einer Geschichte, die ich als Spieler erlebe. Die Existenz des Avatars ist einfach vorbei. Was bleibt, ist seine Leiche und seine Ausrüstung – zumindest bis zum nächsten Serverstart oder Despawn.

Es gibt also weder wirklich definierte Ziele, noch messbaren Erfolg. Die Motivation muss also intrinsischer Natur sein – also vom Spieler selbst ausgehen. Damit schließt sich auch der Kreis zu meinen einleitenden Worten. Während ich hier so schreibe, denke ich drüber nach, dass DayZ vielleicht das Kriegsspiel im Wald aus meiner Kindheit simuliert und mich aus diesem Grund anspricht. Allerdings glaube ich nicht, dass die Entwickler das im Sinn hatten, als sie sich herangemacht haben. Eigentlich will ich ja zum Ende kommen, aber wie cool wäre eine spielische Umsetzung von I declare War? Mit allem Drum und Dran als Mod für DayZ. Maschinengewehre werden aus Zweigen und Bindfäden gecraftet und am Ende kommt das Spiel ganz ohne reale Gewalt aus. Super! *Idee notieren und Steven drauf ansprechen*

Ende.

🙂

 

„Der Garten“ jetzt lesbar

Meine jüngste Kurzgeschichte Der Garten steht pünktlich zum Wochenende HIER zum Download bereit. Begleite Cord Wolff auf seinem Weg durch den finstren Wald bis hin zu den tiefsten Abgründen seiner Seele. Das wäre ein guter Pitch für meine Story, aber ich möchte nicht übertreiben. Stattdessen ist es einfach eine kleine, aber sehr feine Gruselgeschichte. Genau das Richtige für den sterbenden Winter…

Viel Spaß!

Totlaender – S01E01 – „Zeiss“ als E-Book verfügbar

Nachdem ich in der jüngeren Vergangenheit bereits angefangen habe, meine Gruselgeschichten als E-Books im Tausch für Kaffee zur Verfügung zu stellen, folgt nun die erste Episode aus dem Totland. Diese Veröffentlichung ist gleichzeitig der Startschuss für die Veröffentlichung verschiedener Geschichten aus dem Totland, die ich – so ist der Plan – monatlich veröffentlichen werde. Diese erste Episode basiert auf meiner preisgekrönten Kurzgeschichte „Zeiss“.

Hier geht es zum Download. Viel Spaß beim Lesen.

Erste E-Book Schritte – eine Selbstkritik

Ich wäre nicht ich, wenn hier nicht von Zeit zu Zeit ein gesundes Maß an Selbstkritik zur Anwendung kommen würde. Im Zuge der Vorbereitung meiner E-Books sind mir nämlich einige Dinge klargeworden:

1. Meine Druckvorlagen sind keine guten E-Books

2. Ich möchte – zumindest an mancher Stelle – noch einmal nacharbeiten

3. Word ist Mist. Scrivener ist wirklich erheblich besser geeignet.

Daraus resultieren direkt zwei neue Todos für meine unendliche Liste. Zum einen muss ich mich mit der Formatierung von E-Books ernsthaft auseinandersetzen, zum anderen wird zumindest Immer nur bei Nacht noch einmal durch die Mangel gedreht. Aus jetziger Sicht hat das Endprodukt bestenfalls das Niveau eines überarbeiteten Entwurfs. Das wird der Geschichte leider keinesfalls gerecht, weshalb ich hier in den nächsten Woche noch ein wenig Zeit investieren werde. Diesen „Director’s Cut“ stelle ich dann natürlich ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

Mit Aus der Tiefe bin ich inzwischen sehr zufrieden. Das Absatzbild stimmt endlich. Ich habe ich Erwägung gezogen, das alternative Ende ebenfalls zu veröffentlichen, habe aber momentan noch Bedenken, dass es zu drastisch sein könnte.

HIER kannst du übrigens die beiden E-Books herunterladen.

 

Gruseliger Lesestoff für euch :-)

Mit dem Launch der neuen Website habe ich bereits angekündigt, meine Werke kostenfrei – oder gegen Kaffee – zur Verfügung zu stellen. Manchmal kommt der Alltag dazwischen, so dass es eine Weile gedauert hat. Ab sofort kannst du also Immer nur bei Nacht und Aus der Tiefe in den gängigen E-Book Formaten und ohne DRM herunterladen und lesen.

Feedback ist übrigens jederzeit willkommen 🙂

Also, dreh das Licht runter, koch dir einen Kaffee und komm gemeinsam mit mir zurück in den düsteren Teil von Neuengland.

Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.

HIER gehts zum Download.

 

Todeswinter Episode 4

Hier ist Episode 4 meines aus einer Schreibübung entstandenen neuen Projekts. Wie immer unzensiert auch garantiert nicht noch einmal gelesen. Die ersten Episoden kannst du hier lesen. 
Der Weg aus dem Wald zurück nach Arkham hatte sich ewig hingezogen. Der Schneesturm war schlimmer geworden und sie hatten im Radio gehört, wie er bereits den gesamten öffentlichen Nahverkehr der Stadt lahmgelegt hatte. Innerhalb von wenigen Stunden und ohne, dass sich die Stadtverwaltung hätte darauf vorbereiten können. Wright hasste den neuenglischen Winter.
Aufwändig manövrierte Phill ihren alten Kombi rückwärts die in die Garage neben ihrem kleinen Laden, rammte dabei zwei größere Schneehaufen, die einer der Schneeflüge im verzweifelten Versuch angehäuft hatte, die Straßen der Stadt freizuhalten. Man wollte Reaktionsfähigkeit und Entschlossenheit demonstrieren, nachdem im letzten Jahr der Wintereinbruch und der Stromausfall beinahe zu Aufständen in den Straßen geführt hatten. Wright kannte den waren Grund für den Stromausfall und wat sich sicher, dass es keine öffentlichen Proteste gegeben hätte, wenn auch die Öffentlichkeit die Ursache gekannt hätte. Die Verkäufe von Schrotflinten, Konservendosen und – aufgrund ein falschen Verständnisses der Situation – Kruzifixen wären in stattdessen in die Höhe geschossen.
Mit einem Druck auf die Fernbedienung neben der Sonnenblenden, die mehr aussah wie der Auslöser für die Selbstzerstörung, den Schleudersitz oder beides, schloss Phill das Garagentor. Klappernd protestierten die eisernen Lamellen gegen die plötzliche Bewegung. Wright schlug seinem Kollegen auf die Schulter.
„Wir haben es geschafft.“
Phill nickte, konnte seinen Ekel vor dieser aus seiner Sicht primitiven Geste trotzdem nicht verbergen. „Ja. Das haben wir. Mit Glück – und das darf kein Faktor sein, der unseren Erfolg maßgeblich beeinflusst. Wir müssen die Prozesse optimieren. Ich werde mich gleich, nachdem ich die Daten zu diesem Auftrag archiviert habe, damit auseinandersetzen.Inzwischen war er ausgestiegen, knallte die Tür des Kombis zu und ging zum kleinen Kühlschrank am hinteren Ende der Garage.
Sein Verstand wurde gefordert. Seine Angst war verschwunden und Gedanken um weltliche Dinge wie das eigene Überleben machte Phill sich schon lange keine mehr. Er zog zwei Bier aus dem ausschließlich mit Getränken gefüllten Schrank und reichte sie Wright. Dann nahm er selbst eine Dose seiner aus Osteuropa importierten Energydrinks.Manchaml fragte sich Wright, warum sie sich eigentlich sorgen darüber machten, in Ausübung ihrer Pflicht ums Leben zu kommen, wenn nur wenige Meter von den Schlafzimmern entfernt mehrere Liter einer Substanz lagerten, bei der selbst die Seuchenschutzbehörde glänzende Augen bekommen würde. Erschöpft lehnte er sich an die Werkbank, unter der sich der Kühlschrank versteckte, als hätte er Angst vor seinen Besitzern. Zischend flog der Schraubverschluss der Bierflasche auf den Boden.
„Auf unseren ersten Job.“ Er streckte die Bierflasche Phill entgegen, welcher seine Dose dagegen stieß. „Auf uns.“ erwiderte Phill.
Dann tranken sie schweigend und hörten dem Wind zu, der an dem billigen Garagentor zerrte. Wright spürte, wie der Stress der letzten Tage von ihm abfiel. Er hatte nicht sehr viel geschlafen und Phill vermutlich überhaupt nicht.

Wie aus einer Fingerübung eine neues Projekt wurde…

Nun gibt es schon drei Teiler meiner Geschichte über Verlust. Es wird langsam Zeit, dass ich mit dem entdeckenden Schreiben aufhöre und dem ganzen ein wenig Struktur verleihe. Hier kannst du Teil 1, Teil 2 und Teil 3 lesen.

Was soll also aus dem guten Stück werden? Ich würde gerne einen kurzen Text verfassen. Das heißt, maximal 50.000 Wörter. Diese Grenze muss ich mir setzen, da ich sonst dazu neige, die Geschichte ausufern zu lassen und am Ende zu viele lose Enden zu haben, als dass ich sie noch sinnvoll auflösen könnte.

Trotzdem soll es fortsetzbar sein, damit ich das Setting weiterverwenden kann, wenn mir nach dem Abschluss der Kopf danach steht.

Ich habe mir außerdem noch keine Gedanken darüber gemacht, in welchem Genre ich das ganze ansiedeln möchte. Bis jetzt befinde ich mich in der Exposition und stelle Charaktere vor. Wenn es dann aber in den erzählenden Teil übergehen soll, muss ich mir vorher im Klaren darüber sein, wohin die Reise gehen soll. Tendenziell zieht es mich zum Thriller, aber so richtig festgelegt habe ich mich noch nicht.

Einen ordentlichen Plott werde ich auch brauchen. Also ran ans Reißbrett.

Und zuletzt muss ich der ganzen Sache noch einen Namen geben. Für jetzt genügt der Arbeitstitel „Todeswinter“, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass ich ihn noch austauschen werde.

Todeswinter Episode 3

20 Minuten schreiben. Ohne Kontrolle und garantiert, ohne es noch einmal gelesen zu haben. Schaut euch gerne auch Teil 1 und Teil 2 an. Viel Spaß beim Lesen. 

Wortlos saßen die beiden Männer im Auto. Der Geruch nach verbranntem Fleisch und Benzin würde sich vermutlich ewig in den Polstern der Sitze festsetzen.
Phill lenkte den alten Kombi stoisch durch den verschneiten Wald und richtete seinen Blick eine Spur zu Bewusst auf das, was sich im Licht der Scheinwerfer vor ihm auf der Straße abspielte. Es hatte begonnen zu schneien und Wright verfluchte, dass sie sich kein moderneres Auto – oder zumindest eines mit einer funktionierenden Heizung leisten konnten. Das Geschäftsmodell hatte zumindest in der Theorie erheblich besser funktioniert, als es das in nüchternen Realität tat.
Auf dem Armaturenbrett lag noch der Stapel Briefe, den er kurz vor ihrem ersten Einsatz aus dem Briefkasten gefischt hatte. Der Inhalt beschränkte sich auf Rechnungen, Mahnungen und Werbung. Wright öffnete keinen davon und widerstand dem Drang, den Stapel einfach aus dem Fenster zu werfen.
„Wir sind Mörder!“ platzte es aus Phill heraus. Die Intensität seiner Worte erweckte den Anschein, als hätte die ersten zwanzig Minuten der Fahrt dafür genutzt, sie vorzubereiten.
„Du weißt, dass das nicht stimmt.“ Wright rollte mit den Augen. „Im Grunde genommen sind wir sogar Helden.“
„Helden, die im Gefängnis enden werden. Wir sind viel zu unvorsichtig gewesen. DNA-Spuren, Fingerabdrücke, Fuß- und Reifenspuren. Und das sind nur die oberflächlichen Hinweise, die wir hinterlassen haben. Wir haben kein Alibi für die Tatzeit und wir …“ weiter kam er nicht, denn Wright fiel ihm ins Wort. „Wir haben dieses Gespräch doch schon geführt.“ begann er, erfreut darüber, dass die Panik aus seinem Kollegen wich und sein überragender Verstand wieder die Kontrolle übernahm. „Wir haben kein Motiv und stehen in keiner Verbindung zu … “ jetzt stockte Wright auf der Suche nach dem richtigen Begriff.
„… den Opfern? Den unschuldigen Opfern?“ ergänzt Phill.
„Du weißt, dass sie nicht unschuldig waren.“
„Ich,“ er holte Luft, „weiß das. Aber die Strafverfolgungsbehörden nicht. Es macht uns auch nicht glaubwürdiger, wenn wir ihnen erklären, warum wir sie nicht für unschuldig gehalten haben.“
Wright erhob die Stimme. „Sie waren NICHT unschuldig! Du hast die Berechnungen doch selbst geprüft.“
„Ich habe sie nicht nur geprüft, sondern selbst aufgestellt und mehrmals verifiziert,“ korrigierte Phil, selbst entsetzt darüber, dass sein Stolz die letzten Reste seiner Panik vertrieb. „Eine andere Option hatte ich nicht. Oder glaubst du, dass ich auf Grundlage der Zahlen von einem Obdachlosen losziehe und … “ Wright hob die Hand. „Lass es gut sein. Held sein hin oder her, aber es wird nicht besser, wenn wir es zerreden.“
„Sie werden uns verfolgen,“ er sprach so leise, dass man ihm aufgrund des kaputten Auspuffs und der überall losen Verkleidung kaum noch verstehen konnte. „Sie werden nicht ruhen, bis sie uns haben.“
Wright nickte. Es war ein Dilemma, in das sie hier geraten waren. Entweder sie lagen falsch und Dog, der Penner hatte ihnen wirklich falsche Berechnungen vorgelegt. Dann hätten sie ein Problem, dessen finale Konsequenz ein langer Aufenthalt in Shawshank sein würde. Oder sie lagen richtig. Dann hatten sie zwar die Welt gerettet, aber …
Wright gestattete sich nicht, diesen Gedankengang bis ans Ende zu verfolgen und starrte aus dem Seitenfenster in den Schneesturm, der unbemerkt von ihnen entstanden war. Jetzt war er es, der etwas zu stoisch aus dem Fenster blickte. Und Angst hatte.

 

„1und1“ oder die Geschichte darüber, wie man Kundenservice nicht gestalten sollte.

Präambel

Ich bin vom Fach.

/Präambel

1und1, so macht man es nicht. Auf keine Art und Weise hat euer Service in den letzten Monaten überzeugen können. Weder DSL, noch Hosting, noch Mobilfunk. Früher, da seid ihr mal eine Instanz gewesen, die ich bei Schulungen, Vorträgen und Seminaren als Beispiel für herausragenden Service angeführt habe.

Ein Beispiel seid ihr weiterhin, aber nur noch für das genaue Gegenteil.

Was ist passiert? Eure Mitarbeiter waren einmal freundlich, zuvorkommend und wirklich auf der Höhe, wenn es um Gesprächsführung und sinnvollen Umgang mit meiner Zeit als Kunde ging. Das ist jetzt anders. Warum tut ihr den armen Menschen das an und bildet sich nicht angemessen für ihren Job aus? Wartezeiten in der Hotline, extrem langsame E-Mail Bearbeitung und Mobilfunk-Service-Center-Agenten, denen ich den MNP-Prozess erklären muss. Die harten Faktoren erfüllt ihr leider nicht mehr. Darüber könnte ich ja hinwegsehen, wenn die weichen Faktoren entsprechend ausgeprägt wären. Aber undeutliches genuschel, herumdrücken auf dem (Soft)keypad, halbherziges und ganz ohne Begeisterung vorgetragenes Produktwissen und schlichtweg nicht vorhandene Empathie sind wirklich der Killer für ein gutes Gespräch. Cross und Upsell? Fehlanzeige. Höflichkeitsformeln, namentliche Ansprache, ordnungsgemäßge Verabschiedung? Nicht bei 1und1. In einem meiner letzten Gespräche musste ich euren Mitarbeiter sogar beruhigen, weil er sich so sehr aufgeregt hat. Nicht, weil ich etwa unfreundlich und beleidigend war, sondern weil er einfach keine fachlich korrekte Antwort geben konnte. Trauriger Höhepunkt ist ein erbostes Wegwerfen des Headsets ohne aufzulegen und das Wort „Blödmann“. Was soll ich als Kunde davon denken?

Warum quält ihr die Mitarbeiter in eurem Service Center so sehr? Immerhin sind sie doch eure Stimme. Nicht eure Newsletter- und TV-Charaktere helfen mir, sondern eure Agenten an der Hotline. Zumindest früher.

1und1 ist zum traurigsten Beispiel der Branche herabgestiegen. Inzwischen habe ich mehr Kontakte mit dem Unternehmen gesammelt, als es jeder Connect-Test bei einer Marke tun könnte.

Die Gespräche, die ihr zu Trainingszwecken aufzeichnet, solltet ihr euch einmal anhören. Ich habe auch ein paar aufgezeichnet und denke gerade darüber nach, sie – natürlich anonymisiert und unkenntlich gemacht – hier zu veröffentlichen. Doch was brächte mir das? So oder so würdet ihr wahrscheinlich nicht verstehen wollen, was ich meine.

Tut euren Mitarbeitern und euren Kunden einen Gefallen und nehmt Kundenservice wieder ernst.

Daniel

 

Ersteindruck: Better Call Saul

Ich habe mich sehr auf die Auskopplung aus Breaking Bad gefreut und wurde nicht enttäuscht. Look and Feel der Serie sind gut. Die Atmosphäre ist dicht, die Freude über bekannte Gesichter ist groß und der Spannungsbogen wird geschickt entfaltet. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Die größte Schwäche der Serie ist – in den ersten beiden Folgen – der Umstand, dass man im Grunde die ganze Zeit auf Walter und Jesse wartet, die irgendwo im Hintergrund durchs Bild laufen. Ich möchte damit sagen, dass ich Anspielungen gut finde, aber sie nicht wirken, wenn sie den eigentlichen Inhalt in den Schatten stellen. Das befürchte ich bei Better Call Saul auch. Mal sehen, wie es weitergeht.